Valerie Layton

Letter From Edith G. (03-25-1937)

Year:
1937
Language:
German
Origin:
Stockholm, Sweden
Keywords:
Edith, Valerie, Layton, 1937, Letter, Travels, Photos, King, George, Vienna, Paris, Stockholm, Abdication

About The Letter - 

In this letter, Edith G. writes again to Valerie. Edith did not get the chance to write to Valerie for her birthday. Valerie has met with her family in Vienna for Christmas and plans on visiting Paris and Stockholm. Edith is reading about the abdication in the papers and feels sorry for King George. Edith asks for book recommendations. 

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Edith G. Letter 03-25-1937 - Transcript

Contents Inside Envelope [German]:

Selbat die welken Bläter im Herbst bewahren einen Duft von Frühling in Wien: 

Stockholm,25.  März 1937.

S:t Eriksgatan 4

Liebe Vally: 

Sie ahnen kaum, wie sehr ich mich schäme. Ich weiss gar nicht, was mit mir los gewesen ist in diesem Jahr. Gedacht habe ich eine ganze Menge an Sie und eine Karte zu Ihrem Geburtstage habe ich auch noch hier liegen, aber zum Schreiben bin ich nicht gekommen trot allen guten Vorsätzen. Den ganzen Februar hatte ich eine langweilige Erkältung.  Die Grippe holte sich überall ihre Opfer und so gab es besonders viel im Büro zu tun, denn die Arbeit muss gemacht werden, ob man krank ist oder nicht. 

Für Ihre lieben Weihnachtswünsche danke ich Ihnen noch besonders herzlich und für den langen lieben Brief. Das war ja fein, dass Sie alle munter im lieben Wien angetroffen haben. Ja, gerade zum Christfest will man ja gern im Familienkreise weilen, denn das ist nun mal so recht ein Familienfest. 

Ist das überall in England so üblich, dass das Büro jähr-lich ein staff-dinner gibt? Hier tun es nur wenige und bei uns wird es nicht immer alle Jahre. Wir sind ja auch alle so festgewach-sen im Büro, dass man nur selten neue Mitglieder kennen lernt. Das ganze Personal besteht aus ca 70 Personen. 

Was haben Sie alles für Pläne für den Sommer: Wenn nur einer davon gut auskommt, dann haben Sie viel wag. Fahren Sie nicht über Paris zur Ausstellung in diesm Jahr? Ich sah kürzlich bei einem französischen Vortrag einige Bilder von der im Bau begriffenen Ausstellung. Es scheint grossartig und schön zu werden. Viel Licht. 

 

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Der Eiffelturm in Scheinwerferbeleuchtung wirkte wie eine Licht-fanfare. Paris übt doch einen besonderen Reiz auf uns Nordbewohner aus. -  Und nach Stockholm wollen Sie mit einer Gesellschaftsreise kommen? Hoffentlich werde ich Sie dann auch begrüssen können? Jetzt habe ich es ja ein bissel räumlicher, so dass Sie gut bei mir unterkommen könnten. Gewiss ist mir der Abend mit Ihnen noch lebhaft in der Erinnerung. Sie waren so herzlich und bekannt wie eine alte liebe Freundin. So in der Fremde legt man besonderen darauf.

Ja, ja, wir haben hier wochenlang die Abdsnkungsgerüchte in den Zeitungen verfolgt. Ja, letzten Endes ist doch auch ein König nur ein Mensch. Und warum soll er nicht dem Zuge seines Herzens folgen durfen, wenn alle andern das Recht beanspruchen? Schlimm ist’s nur in solch einer Stellung, weil die ganze Welt den Blick scharf auf ihn gerichtet hält. Möge er glücklich werden mit seiner Liebe. 

In diesem Frähjahr war ich im Joos-Balett. Das war eine ganz besondere Art, schon eher Pantomime als Balett. Man hatte ihm japan verboten, da eine Darstellung antikriegerisch war. Da sieht man’s wieder wie verschieden die Anschauungen der Menschheit sein können. Sonst habe ich wenig gelesen, die Zeit ist mir doch wie im Fluge ver- gangen und ich weiss nicht was ich geleistet habe. 4 ganze Tage habe ich nun frei: Herrlich: Hoffentlich ist das Wetter nur besser als bisher. Schnee hat es viel gegeben, aber gleichzeitig hat es gereg-net und Sonne haben wir nur spärlich gehabt. Und gerade die möchte man so gern sehen und geniessen. 

Wenn Sie mal wieder ein neues englisches Buch lesen, das sich für einen Buchzirkel eignet, wäre ich Ihnen dankbar für die An-gabe. Mit 1000 herzlichen Grüssen von ihrer 

Edith H. (signed)

Contents Inside Envelope [English]:

Even the withered leaves in autumn preserve a scent of spring in Vienna:

Stockholm,25.  März 1937.

S:t Eriksgatan 4

Dear Vally:

You have no idea how much I am ashamed. I don't even know what was wrong with me this year. I thought a lot of you and I still have a card for your birthday here, but I didn't get to write with all good intentions. I had a boring cold all February. The flu caught its victims everywhere and so there was a lot to do in the office because the work has to be done whether you are sick or not.

Thank you very much for your dear Christmas wishes and for the long dear letter. It was nice that you all cheerfully met in dear Vienna. Yes, especially at Christmas, you want to stay in family circles, because that's a family celebration.

Is it so common everywhere in England that the office gives a staff dinner every year? Only a few do it here and with us it doesn't always happen every year. We are all so stuck in the office that you rarely meet new members. The whole staff consists of about 70 people.

What are your plans for the summer? If only one of them gets along well, then you have a lot of daring. Aren't you going to Paris for the exhibition this year? I recently saw some pictures of the exhibition under construction at a French lecture. It seems to be great and beautiful. A lot of light.

 

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The Eiffel Tower in headlight lighting looked like a light fanfare. Paris has a special charm for us northern residents. - And you want to come to Stockholm on a company trip? Hopefully I will be able to greet you then? Now I have a little space, so that you could stay with me. Certainly the evening with you is still vivid in my memory. They were as warm and familiar as an old dear friend. So abroad you put special emphasis on it.

Yes, yes, we have been following the rumors of the abdication in the newspapers here for weeks. Yes, in the end a king is just a person. And why shouldn't he be allowed to follow the course of his heart when everyone else claims the right? It's only bad in such a position because the whole world keeps a sharp eye on him. May he be happy with his love.

That spring I was in the Joos ballet. It was a very special kind, more like pantomime than ballet. He had been banned from Japan because it was anti-war. There you can see how different the views of humanity can be. Otherwise I have read little, the time has flown by and I do not know what I have done. I now have 4 full days off: Wonderful: Hopefully the weather is only better than before. There was a lot of snow, but at the same time it was raining and the sun was scarce. And you want to see and enjoy them.

If you ever read a new English book that is suitable for a circle of books, I would be grateful for the information. With 1000 warm regards from her.

Edith G. (signed)